Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB)

Loydl Unternehmensberatung — Stand Februar 2026

Loydl Unternehmensberatung
Harald Loydl
Lörracherstrasse 50, 4125 Riehen, Schweiz
UID: CHE-110.533.965 MWST
E-Mail: harald.loydl@loydl.ch
Web: fluxdeck.io

1. Geltungsbereich

1.1 Diese Allgemeinen Geschäftsbedingungen (nachfolgend «AGB») gelten für sämtliche Geschäftsbeziehungen zwischen Loydl Unternehmensberatung, Harald Loydl, Lörracherstrasse 50, 4125 Riehen, Schweiz (nachfolgend «Anbieter»), und dem Kunden (nachfolgend «Kunde») im Zusammenhang mit der Nutzung der KI-Voice-Agent-Plattform «Lena» (nachfolgend «Plattform» oder «Dienst»).

1.2 Die Plattform richtet sich ausschliesslich an Unternehmer im Sinne des schweizerischen Obligationenrechts (OR) sowie an gewerbliche und freiberufliche Nutzer (B2B). Der Abschluss von Verträgen mit Verbrauchern im Sinne des Konsumentenschutzrechts ist ausgeschlossen. Mit der Bestellung bestätigt der Kunde, dass er den Dienst zu gewerblichen oder beruflichen Zwecken nutzt.

1.3 Abweichende, entgegenstehende oder ergänzende Allgemeine Geschäftsbedingungen des Kunden werden nicht Vertragsbestandteil, es sei denn, der Anbieter stimmt ihrer Geltung ausdrücklich schriftlich zu.

1.4 Individuelle Vereinbarungen zwischen dem Anbieter und dem Kunden (einschliesslich Nebenabreden, Ergänzungen und Änderungen) haben Vorrang vor diesen AGB. Für den Inhalt derartiger Vereinbarungen ist ein schriftlicher Vertrag bzw. eine schriftliche Bestätigung des Anbieters massgebend.

2. Vertragsgegenstand

2.1 Der Anbieter stellt dem Kunden eine cloud-basierte KI-Voice-Agent-Plattform als Software-as-a-Service (SaaS) zur Verfügung. Der Dienst umfasst insbesondere:

a) Inbound-Anrufannahme: Automatisierte Entgegennahme eingehender Telefonanrufe durch einen KI-gestützten Sprachassistenten, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche.

b) Spracherkennung und Konversation: Deutschsprachige, natürlichsprachliche Gesprächsführung mit Anrufern mittels KI-gestützter Sprachverarbeitung (Speech-to-Text, Large Language Model, Text-to-Speech).

c) Strukturierte Datenextraktion: Automatisierte Erfassung und Strukturierung von Anruferdaten wie Name, Kontaktdaten, Anliegen und branchenspezifischen Informationen.

d) E-Mail-Benachrichtigung: Automatisierte Benachrichtigung des Kunden nach eingehenden Anrufen mit einer Zusammenfassung der extrahierten Informationen.

e) Web-Dashboard: Zugang zu einer Web-Oberfläche zur Einsicht in Anrufprotokolle, Transkripte, extrahierte Daten und Live-Anrufe.

f) Terminbuchung: Kalender-Integration zur automatisierten Terminvereinbarung durch den KI-Agenten (sofern im gewählten Tarif enthalten und vom Kunden konfiguriert).

g) WhatsApp-Integration: Versand von Template-Nachrichten via WhatsApp an Anrufer (sofern im gewählten Tarif enthalten und vom Kunden konfiguriert).

h) Branchenspezifische Konfiguration: Anpassung des KI-Agenten an die spezifischen Anforderungen der Branche des Kunden (z.B. Legal, Medical, Automotive, Immobilien, Beratung).

2.2 Nicht im Leistungsumfang enthalten sind insbesondere:

a) Outbound-Anrufe, Cold-Calling oder aktive Akquise-Telefonate.

b) Rechtsberatung, medizinische Beratung, Finanzberatung oder sonstige fachliche Beratungsleistungen jeglicher Art.

c) Rechtsverbindliche Erklärungen, Willenserklärungen oder Zusicherungen im Namen des Kunden.

d) Kundenspezifische Softwareentwicklung oder individuelle Programmierung (ausser im Rahmen gesonderter Vereinbarungen).

e) Hardware, Telekommunikationsanschlüsse oder Internetzugang des Kunden.

f) Archivierung oder dauerhafte Speicherung von Gesprächsaufzeichnungen über die reguläre Aufbewahrungsfrist hinaus.

2.3 Der genaue Leistungsumfang richtet sich nach dem jeweils vom Kunden gewählten Tarif gemäss der aktuellen Preisliste des Anbieters.

3. Vertragsschluss

3.1 Die Darstellung der Plattform und ihrer Tarife auf der Website des Anbieters stellt kein rechtlich bindendes Angebot dar, sondern eine Einladung zur Abgabe eines Angebots (invitatio ad offerendum).

3.2 Der Kunde gibt durch die Bestellung über die Website des Anbieters, per E-Mail oder auf anderem vom Anbieter akzeptierten Weg ein verbindliches Angebot zum Vertragsschluss ab.

3.3 Der Vertrag kommt zustande, sobald der Anbieter die Bestellung durch eine Auftragsbestätigung per E-Mail annimmt oder den Zugang zur Plattform freischaltet.

3.4 Der Anbieter ist berechtigt, Bestellungen ohne Angabe von Gründen abzulehnen.

3.5 Die für den Vertragsschluss zur Verfügung stehende Sprache ist Deutsch.

4. Leistungsbeschreibung

4.1 Der Anbieter erbringt den Dienst in der zum Zeitpunkt der jeweiligen Leistung aktuellen Version. Der Anbieter ist berechtigt, den Dienst jederzeit weiterzuentwickeln, zu verbessern und anzupassen, sofern die vertraglich geschuldete Kernfunktionalität nicht wesentlich eingeschränkt wird.

4.2 Die Qualität der KI-gestützten Leistungen (Spracherkennung, Konversation, Datenextraktion) entspricht dem jeweils aktuellen Stand der Technik. Der Anbieter schuldet keine fehlerfreie Verarbeitung (siehe Ziffer 9).

4.3 Der Anbieter stellt dem Kunden eine dedizierte Telefonnummer (schweizerische, deutsche oder österreichische Rufnummer) oder eine SIP-Weiterleitung zur Verfügung, über die eingehende Anrufe an den KI-Agenten weitergeleitet werden.

4.4 Der Anbieter richtet die Plattform nach Freischaltung für den Kunden ein. Die branchenspezifische Konfiguration erfolgt in Abstimmung mit dem Kunden. Der Kunde stellt die hierfür erforderlichen Informationen (z.B. Begrüssungstext, Brancheninformationen, Kalenderanbindung) rechtzeitig bereit.

4.5 Der Anbieter ist berechtigt, für die Erbringung des Dienstes Drittanbieter und Subunternehmer einzusetzen (siehe Ziffer 15).

5. Preise und Zahlung

5.1 Es gelten die zum Zeitpunkt der Bestellung gültigen Preise gemäss der aktuellen Preisliste des Anbieters. Sofern nicht anders vereinbart, verstehen sich alle Preise in Schweizer Franken (CHF) oder Euro (EUR), zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

5.2 Die aktuellen Tarife (Stand Februar 2026) sind:

Tarif Monatspreis Inklusivminuten Überschreitung/Min
Starter CHF 99 / EUR 109 250 Min CHF 0.35
Professional CHF 449 / EUR 494 2'000 Min CHF 0.25
Enterprise CHF 799 / EUR 879 5'000 Min CHF 0.22

5.3 Die monatliche Grundgebühr ist jeweils im Voraus zum Monatsbeginn fällig. Minutenüberschreitungen werden am Ende des jeweiligen Abrechnungsmonats berechnet und sind innerhalb von 14 Tagen nach Rechnungsstellung zahlbar.

5.4 Bei Zahlungsverzug ist der Anbieter berechtigt, Verzugszinsen in Höhe von 5 % p.a. gemäss Art. 104 OR zu erheben. Das Recht zur Geltendmachung eines weitergehenden Verzugsschadens bleibt vorbehalten.

5.5 Bei Zahlungsverzug von mehr als 30 Tagen ist der Anbieter berechtigt, den Zugang zur Plattform nach vorheriger Mahnung mit angemessener Nachfrist zu sperren. Die Zahlungspflicht des Kunden besteht während der Sperrung fort.

5.6 Der Anbieter behält sich das Recht vor, die Preise mit einer Ankündigungsfrist von mindestens 30 Tagen zum Ende eines Abrechnungsmonats anzupassen. Dem Kunden steht bei einer Preiserhöhung ein Sonderkündigungsrecht zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung zu (siehe Ziffer 6.5).

5.7 Aufrechnungs- und Zurückbehaltungsrechte des Kunden bestehen nur, soweit seine Gegenforderungen rechtskräftig festgestellt, unbestritten oder vom Anbieter anerkannt sind.

6. Laufzeit und Kündigung

6.1 Der Vertrag wird auf unbestimmte Dauer geschlossen. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt einen (1) Monat ab Freischaltung des Dienstes.

6.2 Der Vertrag ist von beiden Seiten jederzeit mit einer Frist von 14 Tagen zum Ende des laufenden Abrechnungsmonats kündbar.

6.3 Die Kündigung bedarf der Textform (E-Mail genügt) und ist an harald.loydl@loydl.ch zu richten.

6.4 Das Recht zur ausserordentlichen Kündigung aus wichtigem Grund bleibt unberührt. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor, wenn:

a) der Kunde trotz Mahnung und angemessener Nachfrist mit der Zahlung von mehr als zwei Monatsgebühren in Verzug ist;

b) der Kunde die Plattform in einer Weise nutzt, die gegen geltendes Recht verstösst;

c) der Kunde wesentliche Vertragspflichten trotz Abmahnung wiederholt verletzt;

d) über das Vermögen einer Partei ein Insolvenzverfahren eröffnet oder die Eröffnung mangels Masse abgelehnt wird.

6.5 Bei Preiserhöhungen gemäss Ziffer 5.6 oder wesentlichen Änderungen der AGB gemäss Ziffer 16 steht dem Kunden ein Sonderkündigungsrecht zu. Die Kündigung muss innerhalb von 14 Tagen nach Bekanntgabe der Änderung erklärt werden und wird zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Änderung wirksam.

6.6 Nach Beendigung des Vertrages wird der Zugang des Kunden zur Plattform gesperrt. Der Kunde hat ab Vertragsende 30 Tage Zeit, seine Daten über das Dashboard zu exportieren. Nach Ablauf dieser Frist ist der Anbieter berechtigt, sämtliche Kundendaten zu löschen, sofern keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen.

7. Pflichten des Kunden

7.1 Der Kunde verpflichtet sich:

a) bei der Registrierung und Konfiguration wahrheitsgemässe und vollständige Angaben zu machen und diese bei Änderungen unverzüglich zu aktualisieren;

b) seine Zugangsdaten (Benutzername, Passwort) vertraulich zu behandeln und vor dem Zugriff Dritter zu schützen. Der Kunde haftet für sämtliche Aktivitäten, die über sein Konto erfolgen;

c) die Plattform ausschliesslich im Rahmen des vereinbarten Nutzungsumfangs und im Einklang mit geltendem Recht zu nutzen;

d) die erforderlichen Mitwirkungsleistungen rechtzeitig und vollständig zu erbringen, insbesondere Informationen für die branchenspezifische Konfiguration bereitzustellen;

e) die vom KI-Agenten extrahierten Daten, gebuchten Termine und sonstigen Ausgaben eigenverantwortlich zu prüfen und zu verifizieren, bevor er auf deren Grundlage Entscheidungen trifft oder Massnahmen ergreift;

f) seine Anrufer in geeigneter Form darüber zu informieren, dass ihre Anrufe von einem KI-gestützten System entgegengenommen und verarbeitet werden, soweit dies nach geltendem Recht erforderlich ist.

7.2 Dem Kunden ist es untersagt:

a) die Plattform für rechtswidrige, betrügerische, belästigende oder missbräuchliche Zwecke zu nutzen;

b) die Plattform für unerlaubte Werbeanrufe, Spam oder Massentelefonate zu verwenden;

c) den KI-Agenten wissentlich so zu konfigurieren, dass er unwahre, irreführende oder rechtswidrige Aussagen tätigt;

d) Sicherheitsvorkehrungen der Plattform zu umgehen, zu deaktivieren oder anderweitig zu beeinträchtigen;

e) die Plattform in einer Weise zu nutzen, die die Funktionsfähigkeit oder Sicherheit des Dienstes oder die Nutzung durch andere Kunden beeinträchtigt;

f) die Plattform oder Teile davon zu dekompilieren, zu reverse-engineeren oder den Quellcode in sonstiger Weise zu extrahieren.

7.3 Bei Verstoss gegen die vorstehenden Pflichten ist der Anbieter berechtigt, den Zugang des Kunden zur Plattform vorübergehend zu sperren und — bei schwerwiegenden oder wiederholten Verstössen — den Vertrag fristlos zu kündigen.

8. Haftungsbeschränkung

8.1 Der Anbieter haftet unbeschränkt für Schäden aus der Verletzung des Lebens, des Körpers oder der Gesundheit, die auf einer vorsätzlichen oder fahrlässigen Pflichtverletzung des Anbieters, seiner gesetzlichen Vertreter oder Erfüllungsgehilfen beruhen, sowie für Schäden, die auf Vorsatz oder Arglist beruhen.

8.2 Für Schäden aus grober Fahrlässigkeit haftet der Anbieter der Höhe nach begrenzt auf den Betrag, der den in den letzten drei (3) Monaten vor dem schadensbegründenden Ereignis vom Kunden gezahlten Gebühren entspricht.

8.3 Bei leichter Fahrlässigkeit haftet der Anbieter nur bei Verletzung einer vertragswesentlichen Pflicht (Kardinalpflicht), deren Erfüllung die ordnungsgemässe Durchführung des Vertrages überhaupt erst ermöglicht und auf deren Einhaltung der Kunde regelmässig vertrauen darf. In diesem Fall ist die Haftung auf den Betrag begrenzt, der den in den letzten drei (3) Monaten vor dem schadensbegründenden Ereignis vom Kunden gezahlten Gebühren entspricht, maximal jedoch CHF 10'000.

8.4 Der Anbieter haftet nicht für:

a) entgangenen Gewinn, entgangene Einsparungen, Verlust von Daten oder Informationen;

b) mittelbare Schäden, Folgeschäden und indirekte Schäden jeder Art;

c) Schäden, die auf einer Unterbrechung, Störung oder einem Ausfall von Drittanbieterdiensten beruhen (z.B. Telekommunikationsanbieter, Cloud-Infrastruktur, Spracherkennungsdienste);

d) Schäden, die aus der fehlerhaften Verarbeitung durch KI-Systeme resultieren (siehe Ziffer 9);

e) Schäden, die darauf beruhen, dass der Kunde seinen Mitwirkungs- und Prüfungspflichten gemäss Ziffer 7 nicht nachgekommen ist;

f) Schäden, die darauf beruhen, dass der Kunde die vom KI-Agenten extrahierten Daten oder getroffenen Angaben nicht eigenständig verifiziert hat.

8.5 Die vorstehenden Haftungsbeschränkungen gelten auch zugunsten der gesetzlichen Vertreter, Erfüllungsgehilfen und Mitarbeiter des Anbieters.

8.6 Soweit die Haftung des Anbieters ausgeschlossen oder beschränkt ist, gilt dies auch für die persönliche Haftung des Inhabers Harald Loydl.

8.7 Der Kunde stellt den Anbieter von sämtlichen Ansprüchen Dritter frei, die aufgrund einer rechtswidrigen oder vertragswidrigen Nutzung der Plattform durch den Kunden geltend gemacht werden. Dies umfasst auch die angemessenen Kosten der Rechtsverteidigung.

9. KI-spezifischer Haftungsausschluss

Dieser Abschnitt ist besonders wichtig und vom Kunden vor Nutzung der Plattform sorgfältig zu lesen.

9.1 Keine Garantie für Korrektheit. Die Plattform verwendet Technologien der künstlichen Intelligenz (KI), insbesondere Spracherkennung (Speech-to-Text), grosse Sprachmodelle (Large Language Models) und Sprachsynthese (Text-to-Speech). Sämtliche Ausgaben des KI-Agenten — einschliesslich Transkriptionen, extrahierter Daten, Zusammenfassungen und gesprochener Antworten — sind maschinell generiert und unverbindlich. Der Anbieter übernimmt keinerlei Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Zuverlässigkeit der KI-Ausgaben.

9.2 Fehlerhafte Spracherkennung. Die automatisierte Spracherkennung kann insbesondere bei Dialekten, Akzenten, undeutlicher Aussprache, Hintergrundgeräuschen, Fachbegriffen, Eigennamen, Adressen und Telefonnummern fehlerhafte Ergebnisse liefern. Der Anbieter haftet nicht für Schäden, die aus fehlerhafter Transkription resultieren.

9.3 Fehlerhafte Datenextraktion. Die automatisierte Extraktion strukturierter Daten aus Gesprächen (z.B. Name, Telefonnummer, Anliegen, Terminwünsche) kann unvollständig, fehlerhaft oder unzutreffend sein. Der Kunde ist verpflichtet, sämtliche extrahierten Daten vor deren Verwendung eigenständig zu verifizieren.

9.4 Fehlerhafte Terminbuchung. Bei aktivierter Kalender-Integration können Terminbuchungen des KI-Agenten aufgrund von Synchronisierungsverzögerungen, Fehlinterpretationen oder technischen Störungen fehlerhaft sein (z.B. Doppelbelegungen, falsche Zeitfenster, falsche Terminart). Der Anbieter haftet nicht für Schäden aus fehlerhaften Terminbuchungen.

9.5 Fehlinterpretationen und Halluzinationen. Der KI-Agent kann Anliegen von Anrufern falsch interpretieren, unzutreffende Informationen generieren («Halluzinationen») oder kontextuell unangemessene Antworten geben. Der Anbieter haftet nicht für Schäden, die aus solchen Fehlinterpretationen oder Halluzinationen resultieren.

9.6 Keine fachliche Beratung. Der KI-Agent gibt unter keinen Umständen Rechtsberatung, medizinische Beratung, steuerliche Beratung, Finanzberatung oder sonstige fachliche Beratung. Sämtliche Aussagen des KI-Agenten stellen keine fachliche Empfehlung dar. Der Kunde ist verantwortlich dafür, seine Anrufer darauf hinzuweisen, dass der KI-Agent keine fachliche Beratung erteilt.

9.7 Keine rechtsverbindlichen Erklärungen. Der KI-Agent gibt keine rechtsverbindlichen Erklärungen, Zusicherungen, Angebote oder Annahmen im Namen des Kunden ab. Vom KI-Agenten getroffene Aussagen entfalten keine Bindungswirkung für den Kunden.

9.8 Stand der Technik. Der Anbieter setzt KI-Technologien ein, die dem jeweils aktuellen Stand der Technik entsprechen. Der Kunde erkennt an, dass KI-Systeme ihrem Wesen nach nicht fehlerfrei arbeiten und insbesondere bei natürlicher Sprache systembedingte Limitierungen aufweisen. Der Anbieter schuldet die Bereitstellung einer dem Stand der Technik entsprechenden Lösung, nicht jedoch ein bestimmtes Ergebnis oder eine bestimmte Erkennungsquote.

9.9 Verifikationspflicht des Kunden. Der Kunde übernimmt die alleinige Verantwortung für die Prüfung und Verifizierung sämtlicher Ausgaben des KI-Agenten, bevor er auf deren Grundlage geschäftliche Entscheidungen trifft, Informationen weitergibt oder Massnahmen ergreift. Unterlässt der Kunde diese Verifizierung, kann er hieraus keine Ansprüche gegen den Anbieter ableiten.

10. Datenschutz

10.1 Der Anbieter verarbeitet personenbezogene Daten im Einklang mit der Europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), dem schweizerischen Bundesgesetz über den Datenschutz (DSG) sowie den jeweils geltenden datenschutzrechtlichen Bestimmungen.

10.2 Einzelheiten zur Datenverarbeitung, den Kategorien verarbeiteter Daten, den Rechtsgrundlagen, den Aufbewahrungsfristen und den Rechten der betroffenen Personen ergeben sich aus der Datenschutzerklärung des Anbieters.

10.3 Im Rahmen der Leistungserbringung verarbeitet der Anbieter personenbezogene Daten der Anrufer des Kunden im Auftrag des Kunden (Auftragsverarbeitung bzw. Datenbearbeitung durch Dritte). Die Parteien schliessen hierzu einen separaten Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) gemäss Art. 28 DSGVO bzw. einen Vertrag über die Datenbearbeitung durch Dritte gemäss Art. 9 des schweizerischen Bundesgesetzes über den Datenschutz (DSG). Für Kunden mit Sitz in der Schweiz ist primär Art. 9 DSG massgebend; für Kunden mit Sitz in der EU/im EWR gilt Art. 28 DSGVO.

10.4 Der Anbieter verarbeitet insbesondere folgende Kategorien personenbezogener Daten:

a) Kontaktdaten der Anrufer (Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse);

b) Gesprächsinhalte und Anliegen;

c) Audioaufzeichnungen der Gespräche;

d) Transkripte der Gespräche;

e) Extrahierte strukturierte Daten;

f) Metadaten (Zeitpunkt, Dauer, technische Verbindungsdaten).

10.5 Die Verarbeitung erfolgt auf Servern in der Europäischen Union (Deutschland, Finnland) und in der Schweiz. Eine Übermittlung in Drittstaaten findet nur im Rahmen der in der Datenschutzerklärung beschriebenen Subunternehmer und unter Einhaltung geeigneter Garantien statt. Für Datenübermittlungen aus der Schweiz richtet sich die Beurteilung des angemessenen Datenschutzniveaus nach der Staatenliste des Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (EDÖB) gemäss Art. 16 DSG; für Datenübermittlungen aus der EU/dem EWR nach den Angemessenheitsbeschlüssen der Europäischen Kommission. Soweit kein angemessenes Schutzniveau besteht, stützt sich der Anbieter auf Standardvertragsklauseln (EU-Standarddatenschutzklauseln bzw. die vom EDÖB anerkannten Standardvertragsklauseln) oder andere geeignete Garantien.

10.6 Soweit der Kunde sensible Daten verarbeiten lässt (insbesondere Gesundheitsdaten bei medizinischen Praxen oder berufsgeheimnisgeschützte Daten bei Anwaltskanzleien), obliegt es dem Kunden, die Einhaltung der jeweils geltenden besonderen Datenschutzanforderungen sicherzustellen und den Anbieter über besondere Anforderungen schriftlich zu informieren. Dies gilt insbesondere für Kunden, die dem schweizerischen Berufsgeheimnis nach Art. 321 StGB unterliegen (namentlich Anwälte, Ärzte, Zahnärzte und deren Hilfspersonen). Der Kunde ist in diesen Fällen allein dafür verantwortlich, dass die Nutzung der Plattform mit seinen berufsrechtlichen Geheimhaltungspflichten vereinbar ist und — soweit erforderlich — eine wirksame Entbindung vom Berufsgeheimnis durch die betroffenen Personen eingeholt wird.

10.7 Der Kunde ist für die Einhaltung der datenschutzrechtlichen Informationspflichten gegenüber seinen Anrufern verantwortlich, insbesondere für die Aufklärung über den Einsatz eines KI-gestützten Telefonassistenten und die damit verbundene Datenverarbeitung.

11. Verfügbarkeit und Wartung

11.1 Der Anbieter bemüht sich nach wirtschaftlich vernünftigem Ermessen (commercially reasonable efforts), die Plattform durchgängig verfügbar zu halten. Der Anbieter schuldet keine bestimmte Verfügbarkeitsquote, sofern nicht in einem separaten Service Level Agreement (SLA) ausdrücklich etwas anderes vereinbart wird.

11.2 Der Anbieter ist berechtigt, den Dienst für geplante Wartungsarbeiten vorübergehend zu unterbrechen. Geplante Wartungsarbeiten werden nach Möglichkeit ausserhalb der üblichen Geschäftszeiten (Montag bis Freitag, 08:00 bis 18:00 Uhr MEZ/MESZ) durchgeführt und dem Kunden mit einer Frist von mindestens 48 Stunden per E-Mail angekündigt.

11.3 Der Anbieter haftet nicht für Ausfälle oder Leistungseinschränkungen, die auf folgenden Umständen beruhen:

a) Störungen oder Ausfälle bei Drittanbietern (z.B. Telekommunikationsanbieter, Cloud-Infrastruktur, KI-Dienste);

b) höhere Gewalt (siehe Ziffer 14);

c) fehlerhafte oder unzureichende Infrastruktur des Kunden;

d) übermässige Nutzung, die über den vertraglich vorgesehenen Umfang hinausgeht.

11.4 Im Falle von Störungen bemüht sich der Anbieter, diese schnellstmöglich zu beheben. Ein Anspruch auf eine bestimmte Reaktions- oder Wiederherstellungszeit besteht nur im Rahmen eines separat vereinbarten SLA.

12. Geistiges Eigentum

12.1 Sämtliche Rechte an der Plattform, einschliesslich der Software, der KI-Modelle, der Algorithmen, der Benutzeroberfläche, der Dokumentation und aller sonstigen Bestandteile, verbleiben beim Anbieter bzw. bei den jeweiligen Lizenzgebern. Der Kunde erwirbt keinerlei Eigentumsrechte an der Plattform oder ihren Bestandteilen.

12.2 Der Kunde erhält für die Dauer des Vertrages ein nicht-exklusives, nicht übertragbares, nicht unterlizenzierbares Recht zur vertragsgemässen Nutzung der Plattform im Rahmen des gewählten Tarifs.

12.3 Die vom KI-Agenten im Auftrag des Kunden erfassten und extrahierten Daten (z.B. Kontaktdaten, Anliegen der Anrufer) verbleiben im Eigentum des Kunden. Der Anbieter ist berechtigt, anonymisierte und aggregierte Nutzungsdaten zur Verbesserung des Dienstes zu verwenden.

12.4 Der Kunde räumt dem Anbieter das Recht ein, den Firmennamen und das Logo des Kunden als Referenz auf der Website und in Marketingmaterialien zu verwenden, sofern der Kunde dem nicht schriftlich widerspricht.

13. Vertraulichkeit

13.1 Beide Parteien verpflichten sich, sämtliche ihnen im Rahmen der Vertragsbeziehung bekannt gewordenen vertraulichen Informationen der jeweils anderen Partei vertraulich zu behandeln und weder Dritten zugänglich zu machen noch anderweitig zu verwerten.

13.2 Vertrauliche Informationen im Sinne dieser Ziffer sind insbesondere: Geschäftsgeheimnisse, technische Details der Plattform, Preiskonditionen, Kundendaten, Konfigurationsdetails und sämtliche als vertraulich gekennzeichneten oder erkennbar vertraulichen Informationen.

13.3 Die Vertraulichkeitsverpflichtung gilt nicht für Informationen, die:

a) zum Zeitpunkt der Mitteilung bereits öffentlich bekannt waren oder danach ohne Verschulden der empfangenden Partei öffentlich bekannt werden;

b) der empfangenden Partei vor der Mitteilung bereits rechtmässig bekannt waren;

c) der empfangenden Partei von einem Dritten ohne Vertraulichkeitsverpflichtung rechtmässig mitgeteilt werden;

d) aufgrund gesetzlicher Verpflichtung, gerichtlicher oder behördlicher Anordnung offengelegt werden müssen, wobei die empfangende Partei die offenlegende Partei hierüber unverzüglich informiert, soweit dies rechtlich zulässig ist.

13.4 Die Vertraulichkeitsverpflichtung bleibt über die Beendigung des Vertrages hinaus für die Dauer von zwei (2) Jahren bestehen.

14. Höhere Gewalt

14.1 Keine Partei haftet für die Nichterfüllung oder verspätete Erfüllung ihrer vertraglichen Pflichten, soweit diese auf höherer Gewalt beruht.

14.2 Höhere Gewalt umfasst insbesondere:

a) Naturkatastrophen, Epidemien, Pandemien;

b) Krieg, Terrorismus, Aufstände, Bürgerunruhen;

c) behördliche Anordnungen, Embargos, Sanktionen;

d) Streik, Aussperrung, Arbeitskampfmassnahmen;

e) grossflächige Ausfälle der Telekommunikationsinfrastruktur, des Internets oder der Energieversorgung;

f) Cyberangriffe (DDoS-Attacken, Ransomware o.ä.), soweit sie trotz angemessener Sicherheitsmassnahmen nicht abwendbar waren;

g) Ausfälle, Leistungseinschränkungen oder Vertragsänderungen wesentlicher Drittanbieter (z.B. Cloud-Infrastruktur, KI-Dienstleister, Telekommunikationsanbieter);

h) Änderungen der Rechtslage oder behördliche Regulierungsmassnahmen, insbesondere im Bereich der KI-Regulierung (z.B. EU AI Act), die eine Anpassung oder Einschränkung des Dienstes erfordern.

14.3 Die betroffene Partei hat die andere Partei unverzüglich über den Eintritt und das voraussichtliche Ende des Ereignisses höherer Gewalt zu informieren und zumutbare Anstrengungen zu unternehmen, um die Auswirkungen zu minimieren.

14.4 Dauert ein Ereignis höherer Gewalt länger als drei (3) Monate an, ist jede Partei berechtigt, den Vertrag mit einer Frist von 14 Tagen ausserordentlich zu kündigen.

15. Subunternehmer

15.1 Der Anbieter ist berechtigt, für die Erbringung des Dienstes Subunternehmer einzusetzen. Die Verantwortung des Anbieters für die ordnungsgemässe Leistungserbringung bleibt hiervon unberührt.

15.2 Die aktuelle Liste der Subunternehmer ist in der Datenschutzerklärung des Anbieters einsehbar. Wesentliche Subunternehmer sind derzeit insbesondere:

Hetzner Cloud GmbH (Deutschland/Finnland) — Hosting und Cloud-Infrastruktur

Microsoft Azure OpenAI Service (Frankfurt, Deutschland) — KI-Sprachmodelle

Soniox Inc. (EU-Verarbeitung) — Spracherkennung (Speech-to-Text)

Deepgram Inc. (EU-Verarbeitung) — Spracherkennung (Speech-to-Text)

Cartesia Inc. (USA, mit SCCs) — Sprachsynthese (Text-to-Speech)

Twilio Ireland Ltd. (Dublin, Irland) — Telefonie, SIP, WhatsApp

LiveKit (Self-hosted auf Hetzner, Deutschland) — Echtzeit-Kommunikation

15.3 Der Anbieter informiert den Kunden über wesentliche Änderungen der Subunternehmer. Im Falle von Auftragsverarbeitung gelten die Bestimmungen des separat abzuschliessenden AVV.

16. Änderung der AGB

16.1 Der Anbieter ist berechtigt, diese AGB jederzeit zu ändern, soweit dies unter Berücksichtigung der Interessen des Anbieters für den Kunden zumutbar ist. Dies ist insbesondere der Fall bei:

a) Anpassungen an geänderte Rechtslagen oder Rechtsprechung;

b) Anpassungen an technische Entwicklungen;

c) Einführung neuer Dienste oder Funktionen;

d) Schliessung von Regelungslücken.

16.2 Der Anbieter teilt dem Kunden beabsichtigte Änderungen mindestens 30 Tage vor deren Inkrafttreten per E-Mail mit. Die Änderungen gelten als genehmigt, wenn der Kunde nicht innerhalb von 14 Tagen nach Zugang der Änderungsmitteilung schriftlich widerspricht. Der Anbieter wird den Kunden in der Änderungsmitteilung auf die Bedeutung der Frist und die Rechtsfolgen des Schweigens hinweisen.

16.3 Widerspricht der Kunde den Änderungen fristgerecht, steht ihm ein Sonderkündigungsrecht gemäss Ziffer 6.5 zu. Erfolgt keine Kündigung, gelten die bisherigen AGB unverändert fort, sofern die Fortführung des Vertrages unter den bisherigen Bedingungen für den Anbieter zumutbar ist.

17. Salvatorische Klausel

17.1 Sollte eine oder mehrere Bestimmungen dieser AGB ganz oder teilweise unwirksam oder undurchführbar sein oder werden, so wird die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen hierdurch nicht berührt.

17.2 Anstelle der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung gilt diejenige wirksame und durchführbare Regelung als vereinbart, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen oder undurchführbaren Bestimmung am nächsten kommt. Gleiches gilt im Falle einer Vertragslücke.

18. Anwendbares Recht und Gerichtsstand

18.1 Diese AGB und sämtliche Rechtsbeziehungen zwischen dem Anbieter und dem Kunden unterliegen ausschliesslich dem materiellen Recht der Schweiz unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG) und der kollisionsrechtlichen Verweisungsnormen.

18.2 Ausschliesslicher Gerichtsstand für sämtliche Streitigkeiten aus oder im Zusammenhang mit diesen AGB und dem Vertragsverhältnis ist Basel-Stadt, Schweiz. Zwingende gesetzliche Gerichtsstände bleiben vorbehalten.

18.3 Die Parteien verpflichten sich, vor Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens eine einvernehmliche Streitbeilegung zu versuchen.

19. Schlussbestimmungen

19.1 Rechte und Pflichten aus diesem Vertrag können vom Kunden nur mit vorheriger schriftlicher Zustimmung des Anbieters auf Dritte übertragen werden.

19.2 Der Anbieter ist berechtigt, Rechte und Pflichten aus diesem Vertrag ganz oder teilweise auf Dritte zu übertragen, insbesondere im Rahmen einer Unternehmensumstrukturierung. Der Kunde wird hierüber rechtzeitig informiert.

19.3 Änderungen und Ergänzungen dieser AGB bedürfen der Schriftform. Dies gilt auch für die Aufhebung dieses Schriftformerfordernisses. Mündliche Nebenabreden bestehen nicht.

19.4 Der Anbieter ist berechtigt, den Firmennamen des Kunden in einer Referenzliste aufzuführen, sofern der Kunde nicht schriftlich widerspricht.

Stand: Februar 2026